Wertorientierte Imagination



 

 

Die Wertorientierte Imagination ist eine Form der Arbeit mit inneren Bildern. Sie ist eine sehr wirkungs-volle Methode, die immer in Verbindung mit dem konkreten Leben steht. Sie führt am Denken vorbei in die Tiefe des eigenen Unbewussten und berührt insbesondere die Gefühle. Oftmals reicht eine ver-standesmäßige Bearbeitung von Problemen nicht aus. Es gelingt eine Veränderung deshalb nicht, weil
die Gefühle dem logischen Verstehen hinterherhinken. Die Imaginationsarbeit trägt dazu bei, dass die Gefühle dem Verstand folgen können. Erst dann kann es zu einer nachhaltigen Befreiung von inneren Belastungen kommen.

 

:: Wie wirkt Imagination?

 

Die Sprache ist in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit sehr spät entstanden. Tatsächlich leben wir wie in Urzeiten aus inneren Bildern heraus, die auch in den Träumen in Erscheinung treten. Die Sprache und die mit ihr zusammenhängenden Gedanken dienten zunächst hauptsächlich dazu, uns die inneren Bilder gegenseitig mitzuteilen.

 

Ein ganz einfaches Beispiel für die Imaginationsfähigkeit des Menschen: Werden wir aufgefordert, an unser Elternhaus zu denken, taucht unmittelbar ein Bild vor unserem inneren Auge auf: vom Haus,
von der Umgebung, von unsere Eltern, usw. Kurz darauf folgen auch Emotionen.

 

Die inneren Bilder sind sehr stark verbunden mit unseren Gefühlsenergien. Durch die Imaginationsarbeit können wir unter Umgehung des Verstandes direkt in den Bereich der Gefühle vordringen und dort mit ihnen arbeiten und z.B. Verletzungen heilen. So kommen nach und nach Verstehen und Fühlen zusam-men.

 

Beim Imaginieren werden Bilder nicht „geholt“, indem wir sie uns einbilden bzw. bewusst vorstellen wie beim Visualisieren während einer Phantasiereise, sondern wir lassen sie in uns aufsteigen, weil sie im-mer schon in uns sind. Wir bilden sie uns nicht ein, sondern sie bilden sich von alleine 'aus'.

Sie sind Tatsache und Wirklichkeit. Auf diese Weise können wir sehr viel mehr über uns erfahren als wir ahnen, in hilfreicher und unterstützender Weise. Die Bilder drücken sich wie in den Träumen in der Form von Symbolen aus, die in einem Nachgespräch unter Berücksichtigung der Lebenssituation gedeutet werden. Die durch die Arbeit in Bewegung gebrachten Gefühlsenergien jedoch wirken für sich allein.

 

Wertorientierte Imaginationen sind also bewusste Wanderungen zu den Quellen der Gefühls- und Wertkräfte: Hier liegen unsere Potenziale, die wir noch nicht kennen oder vergessen haben. Hier sind unsere Selbstheilungskräfte verankert. Hier liegen oftmals schon die Antworten bezüglich unserer Probleme bereit. Mit der Imaginationsarbeit werden diese Möglichkeiten ins Bewusstsein gehoben.
Das Gespräch bleibt oftmals auf der Ebene der Gedanken hängen und die Gefühle bleiben unerreicht.

 

:: In Ergänzung zum Gespräch stellt die Imagination eine Möglichkeit dar, Verstehen und Fühlen zusammenzubringen.

 

Ablauf:
Nach einer kurzen Entspannungsübung taucht der Imaginierende in die Welt innerer bewegter Bilder ein und erzählt, was er dort - einem Film ähnlich - erlebt. Der Therapeut oder Mentor führt ihn im Dialog auf diesem Weg zu einem vorher vereinbarten Ziel, z.B. zum Ort des (Selbst-)Vertrauens, des Verzeihens, der Geduld, Ort der Gelassenheit, der eigenen Stärke, zum Inneren Kind, zur weiblichen/männlichen Seite in mir, zu den noch unentdeckten Potenzialen, etc. Es können alle denkbaren Ziele verabredet werden.

 

Beispiel: Wenn wir uns in bestimmten Situationen immer wieder unsicher und aufgeregt fühlen, können wir in der Imagination erleben, wie es sich anfühlt, selbstbewusst und selbstsicher zu sein. Danach wird gemeinsam überlegt, wie diese positive Erfahrung in den Alltag übertragen werden kann. Ausserdem strahlt die in den Bildern angeregte und erlebte Energie in die Alltagssituation hinein, läuft dort unter-schwellig alleine weiter und trägt so dazu bei, dass in diesem Fall die Selbstunsicherheit sich nach und nach auflöst. Im Rückblick ist man erstaunt darüber, dass man sich einmal unsicher gefühlt hat. 

 

Imaginationen können auch dabei helfen, in schwierigen Entscheidungssituationen zu einem Ergebnis zu kommen. Ein ganz wichtiger Bereich, in dem Imaginationen hilfreich eingesetzt werden, ist die Auf-arbeitung von seelischen Verletzungen aus der früheren oder jüngeren Vergangenheit.

 

Die Imagination aktiviert seelische Energien und Selbstheilungskräfte und drückt sie in symbolischen Bildern aus.

 

Die Bilder und die damit neu erfahrenen Gefühlskräfte fließen wie ein unterirdischer Strom auf der unbewussten Ebene noch lange Zeit energetisch weiter. Durch diese Langzeitwirkung wird der erwünschte Änderungsprozess kraftvoll unterstützt.

 

Während der Imagination befindet sich der Klient nicht in Hypnose!

 

 

Traum-Arbeit:
In Träumen werden nicht nur die Tagesereignisse aufgearbeitet. Sie geben uns Aufschluss über die
Befindlichkeit unserer Seele und manchmal auch des Körpers. Sie kommen oft aus sehr tiefen Schichten unseres Unterbewusstseins. Die Sprache der Träume ist wie bei den Imaginationen die der Symbole.
Wie jede andere Sprache kann auch diese erlernt werden. Das Beachten der Träume kann in vielerlei Weisen wichtige Hinweise für die weitere Lebensführung geben und damit das Leben erleichtern.